Glas vs Kunststoff

Glas vs Kunststoff

Warum borCAN bei bestimmten Produkten auf Kunststoff statt auf Glas setzt

Eine bewusste Entscheidung für Qualität, Sicherheit und Verantwortung

Glas oder Kunststoff – was ist eigentlich die bessere Verpackung?


Diese Frage stellen sich viele unserer Kunden. Und wir verstehen das gut. Gerade bei hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln wird Glas häufig mit Reinheit, Natürlichkeit und Qualität verbunden.

Doch ist Glas tatsächlich immer die bessere Wahl?

Bei borCAN beschäftigen wir uns intensiv mit dieser Frage. Denn für uns zählt nicht nur, wie eine Verpackung aussieht, sondern auch, welche Auswirkungen sie auf unsere Produkte, unsere Umwelt und unsere Kunden hat.

Deshalb setzen wir bei ausgewählten flüssigen Produkten wie Redox-Bor und MitoBa bewusst auf geeignete Kunststoffflaschen.

Dafür gibt es mehrere gute Gründe.


1. Kürzere Wege können wir nicht zaubern – aber unnötiges Gewicht vermeiden


Ein Teil unserer flüssigen Produkte wird in der Türkei hergestellt und anschließend nach Deutschland transportiert.

Glasflaschen sind erheblich schwerer als vergleichbare Kunststoffverpackungen. Bei größeren Liefermengen summiert sich dieses zusätzliche Gewicht.

Das bedeutet nicht nur höhere Transportkosten, sondern kann auch einen höheren Energieverbrauch und zusätzliche CO₂-Emissionen verursachen.

Durch leichtere Verpackungen können wir Transportgewicht reduzieren und unsere Logistik effizienter gestalten.

Unser Ziel ist es, hochwertige Produkte zu fairen Preisen anzubieten, ohne unnötige Transportbelastungen zu verursachen.


2. Produktsicherheit endet nicht bei der Herstellung


Unsere Verantwortung endet nicht mit der Abfüllung.

Unsere Produkte müssen auch nach dem Transport unversehrt bei unseren Kunden ankommen.

Glas ist zerbrechlich. Besonders bei Flüssigkeiten kann ein Flaschenbruch dazu führen, dass nicht nur ein Produkt verloren geht, sondern auch weitere Waren innerhalb einer Sendung beschädigt werden.

Kunststoffflaschen bieten hier einen praktischen Vorteil: Sie sind leichter und wesentlich bruchsicherer.

Dadurch können Transportschäden, Produktverluste und der Bedarf an zusätzlichem Schutzmaterial reduziert werden.


3. Glas ist nicht automatisch umweltfreundlicher


Ein häufiges Missverständnis lautet: Glas ist nachhaltig, Kunststoff ist umweltschädlich.

So einfach ist es nicht.

Wissenschaftliche Ökobilanzen betrachten den gesamten Lebensweg einer Verpackung:

  • Rohstoffgewinnung und Herstellung

  • Energie- und Wasserverbrauch

  • Transport und Gewicht

  • Reinigung und Wiederverwendung

  • Recycling und Entsorgung

Dabei zeigt sich, dass insbesondere Einweg-Glasverpackungen durch ihre energieintensive Herstellung und ihr hohes Gewicht eine erhebliche Umweltbelastung verursachen können.

Kunststoffverpackungen können in bestimmten Anwendungen eine bessere Klima- und Energiebilanz erreichen.

Wiederverwendbares Glas kann dagegen Vorteile bieten, wenn es häufig neu befüllt wird und die Transportwege kurz bleiben.

Deshalb betrachten wir Nachhaltigkeit nicht als Materialfrage, sondern als Frage des gesamten Lebenszyklus.

Für unsere internationalen Lieferwege und unsere derzeitigen Verpackungs- und Versandstrukturen ist eine leichte, bruchsichere Verpackung eine nachvollziehbare Entscheidung.


4. Und was ist mit Mikroplastik?


Das Thema Mikroplastik nehmen wir sehr ernst.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Kunststoffverpackungen unter bestimmten Bedingungen kleinste Kunststoffpartikel freisetzen können. Insbesondere hohe Temperaturen, mechanische Belastungen und Materialeigenschaften spielen dabei eine Rolle.

Das bedeutet allerdings nicht, dass jede Kunststoffflasche unter normalen Lagerbedingungen in gleicher Weise Partikel freisetzt.

Entscheidend sind unter anderem die Art des Kunststoffs, seine Verarbeitung, der Inhalt und die Lagerbedingungen.

Bei borCAN berücksichtigen wir diese Fragestellungen in unserer Bewertung von Verpackungen und Produktqualität.

Unsere Redox-Produkte zeichnen sich durch ihre spezifischen Formulierungen aus. Die Stabilität einer Formulierung und die mögliche Freisetzung von Kunststoffpartikeln müssen jedoch getrennt untersucht werden.

Wir möchten deshalb keine pauschalen Versprechen wie „vollständig mikroplastikfrei“ abgeben, die wissenschaftlich nicht ausreichend belegt sind.

Stattdessen setzen wir auf geeignete Verpackungsmaterialien, sachgerechte Lagerung und nachvollziehbare Qualitätsprüfungen.


5. Qualität muss überprüfbar sein


Unsere Produkte werden mit einem hohen Qualitätsanspruch entwickelt und hergestellt.

Bei der Beurteilung unserer Produkte berücksichtigen wir analytische Untersuchungen und die Eignung der verwendeten Verpackungsmaterialien.

Dabei ist uns wichtig, zwischen der Qualität des Inhalts und der Sicherheit des Verpackungssystems zu unterscheiden.

Unser Anspruch ist es, die Verträglichkeit zwischen Rezeptur und Verpackung sorgfältig zu bewerten und neue wissenschaftliche Erkenntnisse fortlaufend in unsere Entscheidungen einzubeziehen.


6. Verantwortung bedeutet auch, wirtschaftlich sinnvoll zu handeln


Nachhaltigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit gehören für uns zusammen.

Eine schwerere, zerbrechlichere und im Transport aufwendigere Verpackung ist nicht automatisch die verantwortungsvollere Lösung – selbst wenn sie hochwertiger wirkt.

Wenn wir durch den Einsatz geeigneter Kunststoffflaschen Transportgewicht, Verpackungsmaterial, Bruchverluste und Kosten reduzieren können, profitieren davon sowohl unsere Logistik als auch unsere Kunden.

Dabei bleibt die Produktsicherheit selbstverständlich die wichtigste Voraussetzung.

Unser Fazit: Bewusste Entscheidungen statt einfacher Antworten

Wir verstehen, dass viele Menschen Glas bevorzugen.

Auch wir schätzen Glas als Verpackungsmaterial und schließen seinen Einsatz keineswegs aus.

Doch wir möchten Entscheidungen nicht allein aufgrund von Gewohnheiten oder dem äußeren Eindruck treffen.

Für uns zählt das Gesamtbild: Produktqualität, Sicherheit, Ressourcenverbrauch, Transportwege, Umweltbelastung und ein fairer Preis.

Darum verwenden wir bei ausgewählten borCAN-Produkten Kunststoffflaschen.

Nicht, weil uns Nachhaltigkeit weniger wichtig ist, sondern weil wir Verantwortung ganzheitlich betrachten.

borCAN – Wissenschaft. Verantwortung. Vertrauen.


Quellen:

1. Vereinte Nationen – Umweltprogramm (UNEP), 2020

Single-use plastic bottles and their alternatives

Eine Auswertung von sieben Ökobilanzstudien. Sie zeigt, dass Kunststoff in bestimmten Umweltwirkungskategorien besser abschneiden kann als Einwegglas. Kunststoffabfälle und deren Auswirkungen auf Ökosysteme bleiben dennoch wichtige Nachteile.

UNEP-Studie als PDF


Life Cycle Initiative - Join us!

2. Ferrara et al., 2023 – Comparative Life Cycle Assessment

Eine wissenschaftliche Untersuchung verschiedener Verpackungssysteme. Die Autoren zeigen, dass PET-Flaschen in zahlreichen untersuchten Szenarien geringere Umweltbelastungen als Glasflaschen verursachen können.

Wissenschaftliche Publikation 

3. Umweltbundesamt – Mehrweg und Einweg

Das UBA bestätigt, dass Einwegglas nicht automatisch ökologisch vorteilhaft ist. Zugleich hebt es die Umweltvorteile regionaler Mehrwegsysteme hervor.

Informationen des Umweltbundesamtes


Umweltbundesamt

4. Journal of Hazardous Materials: Plastics – Metaanalyse, 2026

Die Auswertung von 30 Studien mit insgesamt 237 Beobachtungen zeigt, dass die Temperatur bei mehreren Kunststoffarten die Freisetzung von Mikroplastik beeinflusst. Auch Materialeigenschaften sind relevant.

Studie zur Freisetzung von Mikroplastik

 

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